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Kurzbericht mit der dringenden Bitte des Vorstandes um Beachtung !!!!

Arbeitsbesprechung „Afrikanische Schweinepest“ beim LRA Bautzen - Veterinäramt

Unter Leitung unserer Amtstierärztin, Frau Kutschke, fand am 21.08.2017 um 10:00 im LRA Bautzen eine Besprechung zum aktuellen Stand der Seuchenausbreitung ASP und zu geplanten Maßnahmen statt.

Teilnehmer ohne Namensnennung: Amtsveterinäre, Katastrophenschutz, Untere Jagdbehörde, Jägerschaften BZ, HY, KM

Anlass: Aktueller Seuchenherd bei Zlin (Tschechische Republik) nahe der slowakischen Grenze. Erster Fall dort Ende Juni, bis 15.08. wurden 88 verendete Sauen gefunden. Die Seuche hält sich seitdem im Gebiet. Es wurde ein Restriktionsgebiet von 1004 km² eingerichtet, dieses wurde systematisch nach Kadavern abgesucht. Es besteht ein striktes Jagdverbot. Eine weitere Ausbreitung wurde bisher nicht beobachtet. Entfernung von der deutschen Grenze: ca. 330 km, dies entspricht der Entfernung zu bisher bekannten Fällen in östlicher Richtung (Ukraine)

Vorläufige Bewertung: Es ist ein isolierter Seuchenherd, offenbar durch menschliches Verbringen des Erregers verursacht. Eine natürliche Ausbreitung über größere Entfernungen wurde bisher nicht beobachtet. Fachleute sprechen von einer Habitatseuche, die sich längere Zeit in einem Bestand halten kann und nicht zwingend einen Bestand sofort erlöschen lässt.

Für den Freistaat Sachsen gibt es derzeit noch keinen offiziellen Maßnahmenplan, der bei Auftreten der Seuche in Kraft tritt. Es ist aber von folgenden Schritten auszugehen:

  • Sofortige Sperrzone mit einem Radius von 15 km um den Fundort, dort absolute Jagdruhe für mindestens 21 Tage nach dem letzten dort festgestellten Fall auf Schwarzwild und intensive Kadaversuche
  • Darum Einrichtung einer Pufferzone mit gleichem Radius mit intensivster Schwarzwildbejagung
  • Insbesondere die vorgeschlagenen jagdlichen Maßnahmen wurden in Bezug auf den Tierschutz von den Teilnehmern sehr unterschiedlich bis strittig bewertet.

Von Seiten der Jägerschaft wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass wir nicht über die Mittel und Kenntnisse verfügen, um im Verdachts- oder Seuchenfall Kadaver zu bergen und biosicher (ohne die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Erregers) zu vorgesehenen Sammelstellen zu verbringen. Es bestand Einigkeit darüber, dass es in einem solchen Fall sinnvoller ist, unverzüglich das Veterinäramt - außerhalb der Dienstzeiten über den Notruf - unter Angabe von Koordinaten des Fundortes sowie Größe und Anzahl der Kadaver zu informieren.

Zu im Weiteren vorgesehene Maßnahmen gibt es noch keine eindeutigen Festlegungen. Für die Sperrzone sind Kadaversammelplätze festzulegen, die über die erforderlichen Einrichtungen zur Lagerung und Desinfektion verfügen.

Schwarzwild, welches bei verstärkter Bejagung in der Pufferzone erlegt wird, ist in einzurichtende Wildsammelstellen zu verbringen. Es wird dort chargenweise untersucht und bei negativem Befund freigegeben. Derzeit geht man im Landkreis von zwei Wildsammelstellen für den gesamten Landkreis bei den Straßenmeistereien in BZ und KM aus. Die Kosten dafür sind erheblich, je zwei Kühlcontainer mit Rollbahnen und Desinfektionseinrichtungen, Personaleinsatz.

Derzeit ist nicht davon auszugehen, dass der Freistaat vor einem tatsächlichen Auftreten der Seuche Mittel einsetzen wird. Der aktuelle Grad der Vorbereitung wurde insbesondere vom Vertreter des Katastrophenschutzes kritisiert. Dem Landkreis sind in diesem Punkt die Hände gebunden.

Bis dahin wird um strikte Einhaltung der im letzten Infoblatt des LÜVA Bautzen aufgeführten Maßnahmen gebeten.

Ich bitte in diesem Zusammenhang darum, dass sowohl Hegeringleiter als auch Revierinhaber die Kontaktdaten ihrer Mitglieder und Mitjäger aktualisieren und untereinander austauschen, damit wir im Bedarfsfall alle Weidgenossen im Gebiet schnellstmöglich erreichen und informieren können.

Stand: 28.08.2017, bei Bedarf wird dieser Text aktualisiert und per E-Mail versandt.

gez.

Friedrich Noltenius

1. Vorsitzender

 

 

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